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Lomba de São Pedro
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Kulinarisches der Azoren

 
Ananas:
  Auf São Miguel wird seit Ende des 19. Jahrhunderts Ananas angebaut. Diese ist kleiner und schmeckt etwas anders als mittelamerikanische Früchte. Die Azoren-Ananas enthält viel Säure, selbst wenn sie sehr reif ist. Sie besitzt außerdem - so empfinden wir das zumindest - ein leichtes Kokos-Aroma. Ideal im Obstsalat und/oder sehr geschmackvoll mit Kokos-Joghurt als Dressing.
Brot (Pão):
  Wie schon erwähnt, ist das Brotsortiment - wie in den meisten Ländern außerhalb Deutschlands - nicht gerade umwerfend. Eine größere Auswahl gibt es bei Continente oder Sol Mar, auch mit Körnern (Sementes) und selten auch mit Roggenanteil (Centeio). Die Konsistenz ist fast immer locker-schwammartig, Mais-Mischbrot (Milho) ist dagegen fest, wird aber schnell trocken. Empfehlenswert ist, Brot bzw. Brötchen einzufrieren. Der morgendliche Brotservice der Bäckerei in Lomba de São Pedro liefert zwar frische Ware, allerdings ist das sehr einfaches Weizenbrot, was für die meisten Dorfbäckereibetriebe gilt, falls man sie überhaupt findet.
Butter (Manteiga):
  Butter ist in der Regel leicht gesalzen, was aber gut zum typisch ungesalzenen Brot passt, auch mit Marmelade, Honig etc. Der Salzgehalt ist niedriger als bei gesalzener Butter aus Frankreich.
Fisch (Peixe):
  Fisch wird vor Ort gefangen und frisch an die Supermärkte bzw. Fischläden verkauft. Daher kann man ganzjährig frischen Fisch kaufen, außer die Fischer können wetterbedingt nicht auslaufen. 
Generell gilt: auf die Augen achten: wenn trüb, dann Finger weg! Der Preis richtet sich nach der gefangenen Menge, es gibt nicht jede Fischart das ganze Jahr über.
Manche Fische eignen sich hervorragend zum Grillen, manche gar nicht, manche sehen wundervoll aus, sind geschmacklich aber langweilig oder sehr grätig. Je kleiner ein Fisch ist, desto mehr Gräten hat er im Verhältnis zum Fleisch. Fisch wird gewogen, bevor er ausgenommen wird. Bei ganzen Fischen ist nur ungefähr die Hälfte des Gewichts essbar. Hinweis für Restaurantbesuche: die Speisekarten sind oft ungenau übersetzt. Mit dem englischen »codfish« ist nicht frischer, sonder getrockneter Kabeljau, also Stockfisch (Bacalhau) gemeint. Es empfiehlt sich immer, auch die portugiesische Karte anzuschauen.
Nachfolgend unsere Erfahrungen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Abrótea (da pedra) (Dunkler Gabeldorsch, Fork-Beard). Weißes Fleisch, weich, geschmacklich neutral, wird im Lokal oft paniert und gebraten angeboten.
Albacora (Gelbflossen-Thun, Yellowfin Tuna). Preisgünstige Thunfischart. Im Lokal leider meist komplett durchgegart, wird dann sehr trocken.
Alfonsím (Glänzender Schleimkopf, Splendid Alfonsino). Ausgezeichneter Speisefisch, zum Grillen, Backen und Braten. Festes, weißes Fleisch, sehr schmackhaft, wenig Gräten.
Atúm (Thunfisch, Tuna). In der Regel der Rote bzw. Blauflossen- (Rabilo) oder Weiße Thun (Voador), jedoch nicht der Gelbflossen-Thun (=Albacora, s.o.).
Bacalhau (Stockfisch, Codfish). Gesalzener, getrockneter Kabeljau aus Norwegen, oft als Auflauf. »Codfish« auf der Karte ist in Portugal immer Stockfisch!
Bicuda (Gelbmaul-Barrakuda, Yellowmouth Barracuda). Einer der besten Speisefische, in Stücke geschnitten, mehliert/gebraten oder auch gegrillt. Festes, weißes Fleisch, wenig Gräten, sehr feiner Geschmack.
Boca Negra (Blaumäulchen, Blackbelly Rosefish). Wie Alfonsím, nur etwas zarteres Fleisch.
Bonito (Echter Bonito, Skipjack Tuna). Wird in Mitteleuropa im Lokal als Thunfisch verkauft, ist aber näher mit der Makrele verwandt. Schmeckt irgendwo zwischen Thun und Makrele, trotzdem sehr gut, zum Grillen, Backen, Braten, in Scheiben oder filetiert.
Cântaro (Skorpionsfisch, Offshore Rockfish). Sehr guter Speisefisch, ähnlich Alfonsím oder Boca Negra.
Cavala (Japanische Makrele, Spanish Mackerel, Chub). Die typische Makrele. Grillen, Braten, Backen.
Cherne (Wrackbarsch, Stone Bass). Weißes Fleisch, sieht man eher auf der Speisekarte als im Fischladen. Wird wegen seiner Größe filetiert, paniert und gebraten, festes Fleisch, geschmacklich eher neutral.
Chicharro (Blauer Stöcker, Stachelmakrele, Blue Jack Mackerel). Der Brot- und Butterfisch der Azoren, schmeckt genau wie Makrele, wird nur nicht ganz so groß. Gibt es in Sardinengröße (frittieren, braten), mittel (braten) und ausgewachsen (braten, grillen). Sehr gut und meist günstig.
Congro (Meeraal, Conger). Findet man z.B. in Buffet-Restaurants in Sauce geschmort. Schmackhaftes, reinweißes Fleisch, aber leider auch viele kleine Gräten.
Dourado (Gemeine bzw. Große Goldmakrele, Dorade, Dolphinfish, Mahi-Mahi). Hier kein Zuchtfisch. Sehr schmackhaft. Filetiert, gebraten oder gegrillt.
Encharéu (Gelbflossen-Stachelmakrele, Dentex, White trevally). Festes, wohlschmeckendes Fleisch, wie Makrele, aber weniger fett und dadurch gegrillt eher trocken.
Espadarte (Schwertfisch, Swordfish). Zubereitung wie Thunfisch. Sehr teuer. Nicht zu verwechseln mit Peixe Espada (Degenfisch).
Espadim (Marlin). Ein sehr enger Schwertfisch-Verwandter, der fast ausschließlich von Hochsee-Sportfischern geangelt wird. Es gibt Espadim branco und Espadim azul (Weißer und blauer Marlin).
Garoupa (Schwarzschwanz-Sägebarsch, Blacktail Comber). Weißes Fleisch, feiner Geschmack, ähnlich Boca Negra, aber größenbedingt viele Gräten.
Goraz. Anderer Name für Peixão - siehe dort.
Juliana, Abrótea (do alto) (Großer Gabeldorsch, Greater Forkbeard). Siehe Abrótea da pedra.
Lapas (Napfschnecken, Azorean Limpets). Azorenspezialität, teure, zähe bzw. gummiartige »Muschel«. Wer`s mag...
Melga (Tiefseedorsch, Mora). Fleisch ähnlich Abrótea bzw. Juliana, am besten als Filet, z.B. mit Eipanade in der Pfanne.
Moreia (Muräne, Moray). Enthält viel wabbeliges Fett. Inselspezialität: in Stücke geschnitten und frittiert (Restaurant Faria, Ribeira Grande). Schmeckt dann wie die Kruste einer gegrillten Schweinshaxe mit dicker Fettschicht.
Peixão (Rote Fleckbrasse, Blackspot Seabream). Weißes, sehr neutrales Fleisch, eher grätig.
Peixe espada branco (Degenfisch, Silver Scabbardfish) und Peixe espada preto (Schwarzer Degenfisch, Black Scabbardfish). Sehr guter Speisefisch, in Stücke geschnitten, zum Braten, Grillen, in Aufläufen etc. Wenig Gräten, ähnlich wie Aal. Feiner Geschmack, weißes Fleisch.
Peixe Porco (Grauer Drückerfisch, Grey Triggerfish). Als Filet ein Traum, in Eihülle oder mehliert in der Pfanne. Sehr festes rosa Fleisch, das beim Garen weiß wird. Unbedingt probieren! Im Laden filetieren lassen bzw. Filets kaufen, denn die Haut ist lederartig zäh und sitzt fest, das muss man gelernt haben.
Peixe rei (Meerjunker, Rainbow Wrasse). Sieht hübsch aus, ist aber geschmacklich neutral und grätig. Schwammiges, weißes Fleisch.
Raia (Nagelrochen, Thornback Ray). Hier isst man nur die Flügel. Zartes, wohlschmeckendes Fleisch, wird meist gedünstet zubereitet. Dann kann man das Fleisch mit der Gabel von den Gräten schieben.
Rainha (Meerpfau, Ornate Wrasse). Schön bunt, aber weiches neutrales Fleisch und viele Gräten. Nicht zu empfehlen.
Ruivo (Roter Knurrhahn, Tub Gurnard). Großartiger Speisefisch. Sehr festes, weißes Fleisch, wenig Gräten, feiner Geschmack.
Salema (Goldstriemenbrasse, Cow Bream, Dreamfish). Grätig, neutrales Fleisch. Nicht gerade empfehlenswert.
Sardinha (Sardine, European Pilchard). Der »portugiesische Nationalfisch« wird auf São Miguel eher selten verkauft.
Sargo (Geißbrasse, White Sea Bream). Wird auf Speisekarten schon mal fälschlich als »White Snapper« angeboten. Weißes Fleisch, wenig Geschmack, viele Gräten.
Serra (Pelamide, Atlantic Bonito). Ein weiterer Thunfisch/Makrelen-Verwandter. Dunkles, kräftiges, schmackhaftes Fleisch, als Filets oder Scheiben für Grill, Pfanne, Backofen.
Tainha (Dicklippige Meeräsche, Thicklip Grey Mullet). Preiswerter Fisch, aber geschmacklich langweilig und trotz der Größe recht grätig.
Tamboril (Seeteufel, Anglerfish, Monkfish). Sehr schmackhaft, aber relativ viele Gräten. Findet man eher im Lokal.
Veja (Europäischer Papageifisch, Mediterranean Parrotfish). Sieht sehr hübsch aus, aber wässriges, geschmacksneutrales weißes Fleisch und viele Gräten.
Fleisch (Carne):
  Im Lokal bzw. in Snackbars wird man immer wieder auf die folgenden Gerichte stoßen, die es entweder no pão (im Brot) oder no prato (auf dem Teller) mit Pommes- und Reisbeilage gibt. Pommes und Reis gehören auf den Azoren zusammen. Als »Spezialität« der Azoren wird gerne mal ein Spiegelei draufgelegt. Gerne auch ein Streifen salzig eingelegter Paprikaschote (oft scharf) und/oder Knoblauchzehen (die man aber nicht mitessen muss). Das heißt dann z.B. Bife à régional.
- Bifana: Schweineschnitzel in Paprikasoße und Wein eingelegt.
- Prego oder Bitoque: Das selbe mit dünnem, preiswertem Rindfleisch (eher: Rouladenfleisch)
- Picanha: wie Prego, aber anders gewürzt (Knoblauch), ursprünglich aus Brasilien
- Bife (de vaca): besseres Rindfleisch, nicht unbedingt eingelegt, also ein Rumpsteak. Im Restaurant der Associação Agricola heißt diese Qualität Bife de pojadouro.
- Escalopes de frango, auch Bife de frango: Hähnchenschnitzel
 
In Restaurants kann man unter anderem finden:
- Bife de vazia (Rinderlende) oder sogar de lombo (Rinderfilet)
- Costeletas de novilho: Jungbullen- bzw. Kalbskotelett, empfehlenswert!
- Costeletas de porco: Schweinekotelett
- Entrecosto: Meist Rippenstücke vom Schwein aus dem Ofen (Spare Ribs)
- Assaduras de porco: eine Art Schweinegeschnetzeltes
- Lomba de porco: Schweinelende
- Lombinha de porco: Schweinefilet
- Torresmos (de caçoula): gebackene Schweinebauchstückchen (aus der Kasserolle)
- Carne Guisado: Goulasch, normalerweise Rind
- Figado: Leber, in der Regel Schwein (Iscas de figado: Lebergeschnetzeltes - manchmal nur als »Iscas« auf der Karte)
- Coelho: Kaninchen
- Cabrito: Zicklein
- Borrego: Lamm
- Peru: Truthahn
- Codorniz: Wachtel
- Galinha: (Suppen)huhn
- Canja (de Galinha): Hühnersuppe mit Reis
- Caldo Verde: Grüne Suppe. Portugiesisches Nationalgericht aus Wildkohl, Kartoffeln und etwas Chouriço.
- Sopa de legumes (Gemüse-), cenoura (Karotten-), alho francês (Lauch-), feijão (weiße Bohnen), peixe (Fischsuppe).
- Morcela com Ananas: Blutwurst mit Ananas - klingt komisch, schmeckt aber gut; Die Blutwurst ist u.a. mit Zimt gewürzt
- Feijoada: Bohneneintopf mit Schweinefleisch und Wurst
- Favas guisadas: Eintopf aus Saubohnen und Fleisch
- Cozido: Eintopf aus Kohlsorten, Kartoffeln und sehr viel gekochtem Schweine- und Rindfleisch, sowie Blutwurst und Chouriço
 
Getränke:
  Wasser mit Kohlensäure gibt es im Lokal nur in kleinen Fläschchen zu hohen Preisen. Wasser ohne Kohlensäure ist entweder Água fresca (gekühlt) oder Água natural (ungekühlt). Uma garrafa da água fresca grande = eine 1,5 l Flasche gekühltes Mineralwasser. Um meio litro = ein halber Liter. Wasser mit Kohlensäure ist auch im Supermarkt vergleichsweise teuer, bei Casa Cheia gibt es jedoch eine preisgünstigere Marke. Die Marke Pedras, die man oft in Restaurants erhält, ist gewöhnungsbedürftig salzig.
Das Leitungswasser ist hygienisch einwandfrei, allerdings wird manchmal mehr, manchmal weniger Chlor zugesetzt.

Limonade
heißt Sumo, eine Orangenlimo ist demnach Sumo Laranja, Zitrone ist Sumo Limão. Eine (recht süße) Inselspezialität ist Sumo Maracuja.

Kaffee:
Um café ist ein Espresso, der dem italienischen kaum nachsteht. Wo viele Touristen verkehren, kann man auch einen café americano (Filterkaffee) bekommen. Um beim Espresso sicher zu sein, kann man vorsichtshalber dem café noch ein express oder press anhängen oder bestellt um cafezinho (Kaffeelein). (Café) Galão ist die portugiesische Version des Cappucino bzw. Latte macchiato (Espresso mit Milchschaum).

Tee
(Chá): Auf São Miguel gibt es zwei Teeplantagen (Gorreana und Porto Formoso). Es empfiehlt sich - nicht nur aus preislichen Gründen - den Tee direkt dort zu kaufen, man kann ihn da auch probieren. Der Schwarztee (Chá preto) ist geschmacklich mild, wie manche China-Schwarztees. Er ist wenig ergiebig, d.h. man benötigt mehr Teeblätter, als man es z.B. von indischen Tees kennt. Der Unterschied zwischen Pekoe und Orange Pekoe ist geschmacklich marginal.
Der grüne Tee (Chá verde) ist ausgezeichnet und tendiert vom Geschmack her in Richtung Japan. Sehr empfehlenswert!

Bier
(Cerveja): Man findet auf der Insel Bier von drei Brauereien.
Especial
(São Miguel) ist ein Lagerbier, Super Bock (Festland) ist ein süffigeres Lager und Sagres (Festland) geht in Richtung Pils.
Bier vom Fass = Cerveja de barril. Uma cerveja = 0,25 l. Uma tulipa = 0,33 l. Uma caneca = 0,4 bis 0,5 l.

Wein
(Vinho): Vor allem auf der Insel Pico werden Azorenweine produziert, die an die portugiesischen Festlandgewächse (Alentejo, Dão etc.) heranreichen. »Micelenser« Vinho cheiro ist Tafelwein, was man im Supermarkt am Preis und am Kronkorken auf der Flasche sieht. Es gibt aber auch hochwertigen Rot- und Weißwein aus São Miguel (z.B. Maré Cheia)
Rotwein = Vinho tinto, Weißwein = Vinho branco; Besonders zum Fisch trinkt man hier gerne Vinho verde (grüner Wein), das ist junger, trockener Weißwein mit etwas Kohlensäure. Vinho rosé bzw. rosado wird zwar in Portugal produziert, aber kaum getrunken.

Likörweine
: Portwein = Vinho do Porto (tinto oder branco); Vinho abafado ist eine ähnliche Spezialität, eher süß.

Liköre
: Auf São Miguel werden viele verschiedene Liköre hergestellt. Erwähnenswert ist Licor de Mel (Honiglikör mit 36%). Die Fabrik Mulher de Capote in Ribeira Grande kann besichtigt werden und stellt viele Likörsorten her, die durchweg sehr süß sind. Geschmacksrichtungen sind u.a. Anis, Brombeer (Amora), Maracuja, Ananas, Milch (Leite), Mandarine (Tangerina), Fenchel (Funcho) u.v.a.m. Auch Kräuterliköre vom Festland (z.B. Beirão) sind sehr süß. Bittere alkoholische Getränke gibt es offenbar nicht.

Hochprozentiges
: Der landestypische »Klare« wird aus Wein (nicht Trester) gemacht und heißt Aguardente. Mehrere Jahre im Fass gelagert verfärbt er sich braun, heißt Aguardente Velha oder auch Brandy. Portugiesischer Brandy besitzt Weltruhm und mancher Aguardente Velha steht hochwertigem französischem Cognac in nichts nach, auch nicht im Preis. Empfehlenswert ist u.a. die Marke CR&F.
Tresterschnaps heißt übrigens (Aguardente) Bagaçeira.
Käse (Queijo):
 
Die Azoren sind Portugals Hochburg der Käseproduktion. Das Käsehandwerk haben die Azorer von Niederländern gelernt.
Weltruf hat der Käse von São Jorge, der je nach Alter sehr kräftig ist und etwas brennt. Nicht ganz so extrem sind  einige Rohmilchkäse (leite cru) der Azoren, wie z.B. Lourais oder Topo. Noch gemäßigter ist Picaroto oder Uniflores.
Queijo Flamengo
schmeckt wie Gouda. Queijo Manteigo ist Butterkäse. Dann gibt's viele verschiedene Queijos Curados, das sind veredelte Käse, z.B. mit Knoblauch (Alho) und/oder Petersilie (Salsa) oder Paprika (Pimenta).
Kuh = Vaca, Ziege = Cabra, Schaf = Ovelho
Ansonsten einfach schnuppern, was einem schmecken könnte.
Eine weitere Spezialität sind kleine, weiße Frischkäse-Laibe (Queijo fresco) in Salzlake. Diese isst man in der Regel mit der allgegenwärtigen Paprikapaste. Die meisten Restaurants bieten das als Vorspeise an.
 

Typische Vorspeise: »Queijo fresco« bzw. »Queijo branco« mit Paprikasoße

Kuchen, Torten, Gebäck und Muffins (Queijadas):
  Kuchen bzw. Torten sind oft sehr süß, ganz besonders jene, die aus einer Fabrik stammen. Ausnahme ist der Bolo-rei (Königskuchen) zur Weihnachtszeit, eine Art Hefezopf in Kranzform, mit kandierten Früchten. Erinnert geschmacklich an den italienischen Panettone. Einen Hefekuchen ohne Früchte gibt es auch ganzjährig als Massa Sovada in verschiedenen Größen.
Probierenswert ist Bolo Lêvedo, ein leicht süßliches Hefebrot, das wie ein flacher Krapfen aussieht. Es harmoniert großartig mit der leicht salzigen Azoren-Butter. Es gibt zudem jede Menge süßer Blätterteig-Teilchen, die durchaus empfehlenswert sind, wie z.B. Apfel- oder Pekanusstaschen oder Kokosmakronen.
 
Kekse (Bolachas) findet man in vielen Variationen, von einfachen Weizenmehlplätzchen bis hin zu teuren Spezialitäten aus Hafermehl oder mit gemahlenen Mandeln und Nüssen.
Diese haben aber trotzdem fast alle eines gemeinsam: Sie sind trocken und hart und eignen sich deswegen zum Tunken in Kaffee.
Allgegenwärtig sind außerdem Queijadas (Muffins). Aus Lissabon bzw. vom Festland kennt der eine oder andere eventuell schon die Pastéis de nata (mit Puddingfüllung).
Auf São Miguel findet man jedoch noch häufiger Queijadas, in der Regel in diesen drei verschiedenen Varianten:
Queijada de leite = fluffig-saftiger oder manchmal auch schwerer Teig mit viel Ei
Queijada  de laranja = wie vor, jedoch mit Orangenaroma, meist noch deutlich saftiger
Queijada de feijão = mit Bohnenmus und Melasse, mit Karamel-Aroma.
Eine besondere Inselspezialität ist die Queijada aus Vila Franca do Campo. Sie ist immer in Papier verpackt: ein Rührkuchenteig mit extrem hohem Butteranteil, sehr gehaltvoll und recht süß.
Manche Restaurants haben hausgemachte Queijadas auf der Dessert-Karte - diese sind meist besser als die im Supermarkt. Ein Test ist jedenfalls nie verkehrt.
 

Paprikasoße (Pimenta da terra, Pimenta moida, ralada etc.):
 
Sie ist in der »micelenser« Küche allgegenwärtig und ersetzt Salz/Fleischbrühwürfel/Sojasauce etc. beim Kochen und marinieren und man streicht sie u.a. auf den Frischkäse. Typisch sind im Backofen zubereitete Gerichte (z.B. Hähnchenschenkel mit Kartoffeln) die durch Paprikasoße und Chouriço das typische micelenser Aroma erhalten. Auch der Brot- und Butterfisch Chicharro (Bastardmakrele) wird gerne gegrillt, gebraten, gebacken oder frittiert und mit Paprikasoße bestrichen.
Die Soße eignet sich gut, um Frischwurst etwas Pep zu geben, denn sie passt geschmacklich besser dazu als Senf. Sie besteht aus gemahlenen (moída) oder geraspelten (ralada) oder in Streifen geschnittenen (salgada) roten Paprikaschoten und sehr viel Salz. Üblicherweise sind es 14%, was zum Kochen in Ordnung ist, wenn man vorsichtig damit umgeht.
Die Paste auf dem Bild gibt es bei Casa Cheia und enthält deutlich weniger Salz. Sie ist etwas scharf und ziemlich flüssig, aber sehr fruchtig. Leider ist sie nicht immer im Angebot. Geschmacklich ebenfalls gut, da fruchtig, aber mit vollem Salzgehalt, sind z.B. die Produkte der Marke Dona Pimentinha.
 
Süßes aufs Brot (Doce):
  Honig (Mel) gibt es üblicherweise in zwei Varianten: den süßeren Multiflora (Blütenhonig) und den etwas herberen Trevo (Klee). Manchmal findet man auch Incenso (Weihrauch), damit ist jedoch der »Krausblättrige Klebsamen« gemeint, eine weit verbreitete Baumart mit intensiv duftenden Blüten. Der daraus gewonnene Honig ist eher noch süßer als Blütenhonig.Die Firma Quintal dos Açores produziert teure »Hausmacher-Konfitüren«, unter anderem in für uns ungewöhnlichen Sorten, wie z.B. Kürbis (Abóbora), Tomate und Ähnliches. Diese werden traditionell zubereitet, d.h. ohne Pektin, aber dafür mit hohem Zuckeranteil.
 
Industrie/Supermarkt-Marken bieten dagegen weniger Exotisches zu moderaten Preisen, wie z.B. Pêssego (Pfirsich), Framboesa (Himbeere), Frutas Silvestres (Erdbeer, Blaubeer, Brombeer-Mix), Mirtilo (Blaubeer) und Morango (Erdbeere). Die Continente-Hausmarke ist dabei unser Favorit, andere Marken sind oft recht süß.
Eine preiswerte Spezialität ist Marmelada, das ist stichfestes Quittengelee. Die Marke auf dem Foto gibt es mit rotem und blauem Etikett bei Casa Cheia und ist weniger süß als andere Marken, die wir probiert haben.
 
Wurstwaren:
  Es gibt vier Wurstfabriken auf der Insel, die ein ähnliches Programm anbieten, aber bevorzugte Geschmacksrichtungen besitzen. Hier unsere subjektiven Eindrücke:
- Salsicharia Rosa: sehr rustikal
- Sicosta: sehr salzig, Zutaten eher mittlere Qualität
- Ideal: ausgewogen, hohe Qualität, wenig Schärfe
- Salsiçor: ausgewogen-pikant, hohe Qualität, unser Favorit

Chouriço:
Enthält hier deutlich weniger Knoblauch als die spanische Chorizo. Roh für unterwegs essbar ist die Chouriço Carne (teurer). Die Konsistenz ist ähnlich Krakauer, also mit hohem Magerfleischanteil. Chouriço Mouro (deutlich günstiger) ist nur zum Kochen geeignet, sehr fett, kann Knorpel/Schwarten enthalten. Chouriço gibt es picante bzw. c/ (com) picante (»mit scharf«) oder s/ (sem) picante (»nicht scharf«).
 
Pasta de Chouriço bzw. Chouriço moido (= Chouriço-Paste):
Großartiger Brotaufstrich, unbedingt probieren! Wir empfehlen die Paste von Salsiçor (scharf) oder Ideal (nicht scharf). S. Rosa schmeckt sehr rustikal, Sicosta ist gewöhnungsbedürftig.
Pé de Torresmo sieht ähnlich aus, Vorsicht! Je nach Hersteller schmeckt P.d.T unterschiedlich: Das von Ideal ist eine Art Schweinebratenaufstrich mit schmackhafter »Weihnachts«-Würzung. Das von Salsiçor ist eine fettere Version ihrer Chouriço-Paste, aber ohne Schärfe. Sicosta enthält auch Leber und schmeckt - wie auch S. Rosa - rustikal. Wer Griebenschmalz und Hausmacher-Leberwurst mag, wird an Letzteren seine Freude haben.
 
  Sonstige Würste:
- Linguiça: Eine Art Kochsalami, oft fett, vergleichbar mit ungarischer Kolbasz. Gibt es in unterschiedlichen Dicken und Längen.
- Morçela: Blutwurst, fein gewürzt (Zimt!), nur erhitzt essen. Gebraten, mit Ananas eine Inselspezialität.
- Salsichia: rohe Bratwurst, z.T. stark gewürzt. Die Variante »Toscana« zum Beispiel mit Wein.
- Farinheira: wird üblicherweise gekocht und für Eintöpfe verwendet. Besteht aus Mehl und Schweinespeck bzw. -fett, mit starkem Rauchgeschmack. Wohlschmeckend, aber gewöhnungsbedürftige Konsistenz. Wenn zusätzlich noch Knoblauch enthalten ist, heißt diese »Wurst« Alheira.

Wurst in Scheiben:
- Chourição: »Große Chouriço«, in Scheiben, schmeckt nicht streng
- Chourição Espanhol: Schmeckt wie original spanische Chorizo.
- Peperoni: Eine Chourição-Variation, die u.a. Fenchel enthält. Seltsamerweise nicht scharf.
- Paio York: Schweinerollbraten mit Paprikawürzung, sehr mild
- Mortadela: Mortadella
- Fiambre: Kochschinken
- Torresmos fatiado: ähnlich Schwartenmagen / Pressack in Scheiben (fatias). Sieht rustikal aus, schmeckt aber mild.

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