Wissenswertes - Tipps & Tricks

 
Sonnenmilch ist ein MUSS!
São Miguel liegt ungefähr auf dem gleichen Breitengrad wie der Ätna auf Sizilien. Wer mehrere Stunden draußen unterwegs ist, sollte stets den höchstmöglichen Lichtschutzfaktor auftragen. Egal, wie das Wetter gerade aussieht, der UV-Index ist extrem hoch, es gibt hier praktisch keine Luftverschmutzung. Auch Schleierwolken lassen noch soviel UV-Strahlung durch, dass selbst vorgebräunte Haut sehr schnell mit Sonnenbrand reagieren wird. Sonnenmilch ist auf den Azoren teuer, also besser mitbringen.
Im Kreisverkehr NICHT grundsätzlich rechts fahren - kann sonst sehr teuer werden!
In Portugal gilt zwar das Rechtsfahrgebot, auch bei mehrspurigen Straßen, allerdings sind die Verkehrsregeln für Kreisverkehre anders als in Deutschland. Vorfahrt hat auch hier derjenige, der sich bereits im Kreisel befindet.
ABER: Im Kreisverkehr darf man die rechte/äußere Spur NUR DANN benutzen, wenn man mit nächster Abfahrt den Kreisverkehr verlässt.
Meistens will man jedoch »geradeaus« weiter, das bedeutet: schon VOR dem Kreisverkehr auf die - wenn vorhanden - linke Zufahrts-Spur wechseln, dann auf der inneren/linken Spur im Kreisverkehr weiterfahren und erst beim Verlassen nach rechts fahren. Wer erwischt wird, dass er in einem mehrspurigen Kreisverkehr auf der rechten Spur an einer Abfahrt vorbeifährt, zahlt ca. EUR 300,- Strafe!
Azorenwetter:
Die Temperaturen auf São Miguel liegen zwischen 12° Tiefsttemperaturen im Winter bis ca. 25°C im Schatten im Sommer.
Der Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperaturen liegt meist bei 2 bis 5°C. Bei Sonnenschein kann es aber gefühlt deutlich mehr sein. Das bedeutet, dass man auch im Winter auf der Terrasse frühstücken kann, selbst wenn das Thermometer bei Sonnenaufgang 13°C zeigt.
Das Wetter auf den Azoren ist wechselhaft, was jedoch nicht bedeutet, dass es im Sommerhalbjahr oft regnet. Es kommt stets darauf an, wo man sich gerade befindet. Typisch ist, dass es auf einer Seite der Insel stark bewölkt ist und auf der anderen Seite die Sonne scheint.
Über die Insel verteilt gibt es Webcams, auf denen man schön erkennen kann, wo gerade welches Wetter herrscht: www.spotazores.com.
Regen fällt im Sommer meist nur für wenige Minuten als feiner Sprühregen, selbst wenn die Sonne scheint. Die Einheimischen kümmern sich nicht um diese leichte Feuchtigkeit, denn »richtige« Regentropfen bzw. Starkregen ist eher selten, kann dann aber auch mal 24 h dauern, wenn ein Tiefdruckgebiet direkt über die Insel zieht. Das passiert eher im Winter und bedeutet meist auch starken Wind.
Auf den westlichen Inseln Flores und Corvo ist Starkregen und Sturm viel häufiger. Wärmegewitter gibt es gar nicht, aber im Winter hin und wieder Platzregen, der einige Minuten dauern kann.
Am Himmel sieht man immer irgendwo Wolken, normalerweise in den Bergen. An den Rändern bzw. über dem Meer weniger. Dunkelgraue Wolken, bei denen man in Deutschland die Sitzpolster von den Gartenmöbeln holen würde, bleiben oft einen ganzen Tag lang in den Bergen hängen und lösen sich Richtung Küste einfach auf bzw. ziehen kilometerweit aufs Meer hinaus.
Die Sonneneinstrahlung ist extrem intensiv. Selbst wenn das Thermometer nur 21 oder 22° C im Schatten zeigt, wird die Temperatur z.B. am Strand als über 30° C empfunden. Hinzu kommt ein hoher UV-Index. Wanderungen in praller Sonne können leicht zu Dehydrierung führen, deswegen lieber die doppelte Menge an Wasser mitnehmen, die man z.B. für Alpen oder Mittelgebirge einplanen würde.
Wolken hängen oft sehr tief, d.h. es kann sogar auf Meereshöhe kurzzeitig neblig werden. Diese tiefhängenden Wolken bilden sich in der Regel auf der Insel. Es gibt einige Stellen in den Bergen, an denen es fast immer bewölkt ist, was aber auch sehr reizvoll sein kann. Ziehende Nebelschwaden und entsprechende Vegetation lassen die Wanderung um die Lagoas Empadadas oder auf dem Planalto dos Graminhais an die schottischen Highlands erinnern. Selbst wenn ringsherum in wenigen hundert Metern Entfernung die Sonne scheint. Hier ist dann sogar im Sommer ein Hemd oder eine leichte Jacke über dem T-Shirt zu empfehlen.
Outdoorjacke nicht notwendig:
Die Luftfeuchtigkeit ist für eine typische Multifunktionsjacke viel zu hoch. Die Temperaturen auf den Azoren fühlen sich im Sommerhalbjahr tagsüber min. 5-10° C. wärmer an als sie tatsächlich sind. Im Winterhalbjahr zwar nur bei klarem Himmel, aber die Luftfeuchtigkeit sorgt selbst bei 17° dafür, dass man besser ohne Jacke wandert.
Die ideale Wanderkleidung von Mai/Juni bis Oktober ist T-Shirt und kurze Hose. Den Rest des Jahres, bei bewölktem Himmel, darf die Hose auch lang sein und ein Hemd über dem T-Shirt getragen werden. Bei starkem Wind ist im Winterhalbjahr die Zwiebelmethode am sinnvollsten (T-Shirt, Hemd, Fleece- und Windjacke).
Auf dem Gipfelgrat, z.B. am Lagoa do Fogo, kann es aber selbst im Sommer ziemlich windig sein, da empfiehlt sich eine Fleecejacke, Strickjacke o.ä. Für einen überraschenden Regenschauer kann man einen kleinen Schirm dabeihaben oder einen ungefütterten (!) Regenponcho.
Und falls noch etwas vergessen wurde oder nicht mehr in den Koffer passt: In der Hauptstadt Ponta Delgada gibt es einen großen, sehr gut sortierten Decathlon-Sportartikeldiscounter.
Schuhe:
Die meisten Wanderwege sind Pfade auf lehmiger Erde, kombiniert mit gekiesten Wegen und geteerten Abschnitten. Nackten, scharfkantigen Vulkanfels gibt es kaum.
Manche lehmigen Wege sind recht anspruchsvoll und können bei Feuchtigkeit (z.B. im Wald) rutschig sein. Hier empfehlen sich Wanderstiefel. Ansonsten ist man mit Trekking-Halbschuhen mit vernünftigen Profilsohlen gut bedient, solange man einigermaßen trittsicher ist. Es gibt aber auch Wanderungen mit Spazierweg-Charakter. Den Schwierigkeitsgrad einer Wanderung sieht man u.a. »HIER«.
Zum Baden braucht man bei Sonne auch am Sandstrand Schuhe, der Sand wird heiß!
Einkaufen:
Auf der Insel gibt es drei große Supermarktketten: Sol Mar, Continente und Casa Cheia, sowie Mini-Märkte (u.a. Spar und Poupadinha).
Sol Mar
ist teuer, bietet aber eine reichhaltige Auswahl an »exotischen« Lebensmitteln an.
Continente
ist günstiger, hat darüber hinaus viele Produkte als Eigenmarke zu Discounterpreisen und eine große Auswahl an Käse, Wurst, Fleisch und Fisch.
Casa Cheia
ist ein Discounter mit deutlich eingeschränktem Warensortiment.
Abgesehen davon gibt es in den meisten Dörfern Mini-Mercados mit kleinem Sortiment, aber zu meist vernünftigen Preisen. Die nächstliegenden Einkaufsmöglichkeiten findet man »HIER«.
Lebensmittel:
Im Gegensatz zu vielen Mittelmeerländern werden auf den Azoren belegte Brote gegessen, d.h. es gibt Aufstriche, Wurst- und Käsescheiben. Auf São Miguel gibt es - neben Käse, Butter etc. - vier Wurstfabriken, die quasi alles »rund um die Chouriço« abdecken, sowie etliche vom Festland importierte Waren. Ebenso findet man ein große Auswahl an süßen und herzhaften Backwaren. Brot besteht, wie in südlichen Gefilden üblich, aus Weizenmehl, bzw. hier auch Maismehl. Pão de mistura (Mischbrot) versteht sich als Weizen/Mais-Mischung. Feste Konsistenz, aber sehr trocken. Dunkle Brote enthalten ihre Farbe vom Weizenmalz. »Gesundheitsbrot« und Ähnliches enthalten darüber hinaus Sonnenblumen- und Leinsamen etc. Es gibt manchmal sogar Brot mit einem gewissen Roggenanteil (Centeio).
Kuchenfreunde sollten Pão de Deus (Gottesbrot) probieren, das immer frisch im Café A Merenda in Ribeira Grande gemacht wird. Das ist ein lockerer, saftiger Hefeteig mit Kokosmasse. Der Name spricht für sich.
Wichter Hinweis: Die preiswerte Chouriço Mouro ist nur zum Kochen gedacht, sie enthält Knorpel und Schwarten. Roh, z.B. für Wanderungen, kann nur die (teurere) normale Chouriço Carne verzehrt werden, entweder scharf (picante) oder »ohne scharf« (sem bzw. s/ picante).
Ausführlichere Infos findet man im Reiter »Kulinarisches«.
Restaurants:
Wie schon andernorts erwähnt, haben die meisten traditionellen, nicht-touristischen Gaststätten nur Mittags warme Küche. Typisch ist - für den großen Hunger - eine kleine Vorspeise (z.B. Frischkäse mit Paprikapaste und Brot) oder Suppe, ein Hauptgericht (Fisch oder Fleisch), Sobremesa (Nachtisch) und Café (= Espresso).
Traditionell wird bei Hauptspeisen kein Beilagengemüse wie z.B. Erbsen, Brokkoli o.ä. gereicht. Standard ist Fisch oder Fleisch mit Reis und Pommes oder Fleisch aus dem Backofen mit Salz- und Süßkartoffeln oder ein Auflauf/Eintopf, bei dem Kartoffeln mitgegart wurden. Gemüse scheint für einen Azorer nur annehmbar zu sein, wenn es Stärke enthält, wie z.B. Bohnenkerne (Feijão), Saubohnen (Favas), Kichererbsen (Grão), Tarowurzel (Inhame), Kartoffel (Batata) und Süßkartoffel (Batata doce). Salat dient - wenn vorhanden - mehr der Dekoration und wird nie angemacht serviert. Essig und Öl kommt dann separat.
In vielen Lokalen kann man sich aber für wenig Geld einen Salat separat dazubestellen, auch wenn er nicht auf der Karte steht.
Touristische Lokale - die auch Abends geöffnet haben - sind jedoch deutlich aufgeschlossener, was Salat oder Gemüse betrifft.
Sprache:
Landessprache ist Portugiesisch bzw. der örtliche Dialekt »Micelense«. Spanisch stößt eher auf Unverständnis, Deutsch spricht niemand. Englisch wird meist nur dort gesprochen, wo viele Touristen unterwegs sind, aber es ist nicht ungewöhnlich, dass bei Verständigungsproblemen jemand geholt wird, der übersetzen kann. Viele ältere Azorer haben lange in Kanada oder den USA gearbeitet und sprechen z.T. fließend Englisch.

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